Effizienzsteigerung von Felix F. Marx

coop3 Beratungskooperative
Auszugsweise Übersetzung des Berichtes eines Wirtschaftsexperten über einen Besuch in der Royal Festival Hall In London.

Die 4 Oboe-Spieler hatten mitunter minutenlang nichts zu tun. Bei gleichmäßiger Verteilung ihrer Arbeit über das gesamte Konzert könnte die Zahl halbiert werden.
Die 12 ersten Geigen spielten alle die gleichen Noten. Diese Zahl könnte drastisch reduziert werden, und zwar auf 2 Geigen zuzüglich einer für evtl. Ausfälle. Sollte ein größeres Klangvolumen erforderlich werden, so wäre dies leicht mit elektronischen Mitteln erreichbar.
Der Aufwand für Wiederholungen war besonders bemerkenswert. Wenn schon - z. B. - eine von den Streichern bereits abgehandelte Passage unnötigerweise von den Holzbläsern wiederholt wurde, so ist es vollkommen unverständlich, dass die Hörner das ganze noch einmal von vorn brachten. Bei Wegfall aller solcher unnötigen Wiederholungen könnte das für 2 Stunden angesetzte Konzert auf ca. 20 Minuten reduziert werden, und die Notwendigkeit einer Pause würde ganz entfallen.
Die angewandten Arbeitsmethoden sind überliefert und teilweise seit einigen Jahrhunderten unverändert. Positiv fiel dabei auf, dass der Pianist nicht nur beide Hände, sondern zeitweise auch seine Füße gebrauchte. Zwar hatte er verschiedentlich Tasten in extremer Reichweite zu bedienen; aber das wäre durch Überarbeitung der Tastatur zu beheben, so daß zukünftig solche Bedienung innerhalb normaler Armlänge möglich wäre.
Rationalisierung von Material und Zeit
Viele andere Orchestermitglieder benötigten jedoch allein schon eine Hand, um ihr Instrument festzuhalten. Bei Einführung entsprechender Halterungen ergäbe sich die Möglichkeit, die freigewordene Hand anderweitig einzusetzen.
Ebenfalls überliefert sind Verfeinerungen, die nicht mehr zeitgemäß erscheinen. So könnten die vielen 32stel Noten auf die nächsthöhere 16tel Note aufgerundet werden, wodurch sich die Möglichkeit böte, Auszubildende und Mitarbeiter unterer Gehaltsgruppen in größerem Maße einzusetzen.
Die körperliche Anstrengung aller Bläser trat zeitweise besonders in Augenschein. Die Installation einer Pressluftanlage mit entsprechenden Verteiler- und Ventileinrichtungen erscheint hier zeitgemäß.
Überhaupt ist die Ausrüstung zum Teil hochgradig veraltet. So soll z. B. das Instrument des ersten Geigers, des Konzertmeisters, über 500 Jahre alt sein. Bei normaler Abschreibung wäre der Wert dieses Instrumentes schon lange mit Null anzusetzen gewesen. Ungeachtet der allgemeinen Forderungen nach Sparsamkeit sollten so wichtige Orchestermitglieder mit moderner Ausrüstung versehen werden...

Aus: Der Kinderarzt 13 (1982), S, 1799
Von Felix F. Marx
Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Anja Brandhoff
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Kontakt: office@coop3.at
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